Oh wie schön war Florida.
16. Januar 2012
Mein Hostel in Hollywood habe ich bei Dunkelheit bezogen. Wirklich stilvoll eingerichtet oder gemütlich war es nicht und so freundete ich mich schnell mit dem Gedanken an, dass es wohl eher Ausgangspunkt der weiteren Miami-Erkundung werden würde. Morgens toastete ich also meine Bagels und machte mich nur auf die Suche nach dem Meer, weil mir ein Frühstück am Strand verlockender schien, als im Auto oder in der wenig einladenden Hostel-Lobby. Gute Entscheidung: Bereits nach 50 Metern erwartete mich nämlich eine richtig schöne und endlos lange Strandpromenade, Palmen, der Blick auf ein blaues Meer, Rettungsschwimmertürme, Vögel und Morgenruhe. Das „endlos“ kann ich guten Gewissens schreiben, weil ich ca. 40 Minuten lang in die eine Richtung ging und sich kaum etwas änderte – vor allem kein mögliches Ende in Sicht kam.
(Der Strand in Miami Beach – mit Blick auf vor Anker liegende Frachtschiffe)
(Eine tropisch anmutende Straße in Miami Beach)
(Blick auf Miami während der Fahrt von Miami Beach nach Miami Downtown)
Nach diesem ausgedehnten Morgenspaziergang gönnte ich mir noch einen Tag Großstadt, besuchte Miami Beach nochmal am Tag und wanderte in bisschen durch Miamis Innenstadt. Bereits am nächsten Morgen machte ich mich nach einem weiteren Strandfrühstück auf den Weg nach Fort Myers, wo nach einer Übernachtung mein Rückflug starten sollte. Mein Tagesziel auf dem Weg war Sanibel Island, eine Insel an der Westküste. Diese Insel ist rücksichtsvoller bebaut, als die üblichen Küstenorte – keine Hochhäuser, viel naturbelassene Grünfläche, keine Bebauung in der Nähe vieler Strände, ein großes Vogelschutzgebiet und zur Verkehrsreduktion viele Fahrradwege und Hindernisse für Autos (inkl. der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 mph für die ganze Insel, egal ob inner- oder außerorts). Das Ergebnis ist ein kleines Paradies und (gefühlt) weitab jeder Zivilisation verbrachte ich einen schönen Tag im Grünen und am Strand.
Bekannt ist die Insel auch für die Sortenvielfalt der Schneckenmuscheln, die man am Strand finden kann. Wo das Meer an den Strand brandet liegt ein breiter Muschelteppich mit Muscheln aller Art. Zwar liegen da meist neben heilen Muscheln anderer Art meist nur Bruchstücke der Schnecken rum, aber auch ich habe mein Prachtexemplar aus der Brandung gefischt. Kaum hielt ich es zwischen den Händen machte sich allerdings die noch lebende Schnecke an meinem kleinen Finger zu schaffen, sodass ich sie lieber in großem Bogen zurück ins Meer warf und ein Schneckenleben rettete.
(Weg zum Strand auf Sanibel Island)
(Muscheln neben meinem Handtuch)
Fort Myers an sich hatte bei Nacht wenig zu bieten – dafür allerdings das beste Hostel, in dem ich bisher gewohnt habe. Das River District Youth Hostel war als solches kaum zu erkennen und kam mir etwas unheimlich vor, als mich ein Mann in der Einfahrt abfing und neben einem Einfamilienhaus durch ein hohes Gartentor in dessen Garten führte. Doch schnell war alles Misstrauen verflogen: Er hatte schlicht ein kleines Haus in seinem Garten in ein Sechs-Betten-Hostel verwandelt. Richtig schön eingerichtet, mit großem Flachbildfernseher, ca. 200 DVDs, vollständig eingerichteter Küche, Lagerfeuerstelle im lauschigen, baumumstandenen Garten und gleich daneben das Highlight: Ein Open-Air-Whirlpool mit bunter Beleuchtung (eine meiner Lieblingsvokabeln ist übrigens das englische Wort für Whirlpool: jacuzzi (lustig ausgesprochen mit langem u und gesummtem s, [ʤəˈku:zi] )). Mit zwei netten amerikanischen Mädels habe ich meinen letzten Florida-Abend also bei Rotwein und unter Sternen im Whirlpool verbracht. Richtig entspannend und das perfekte Ende für einen perfekten Urlaub.



